Als still und leise anfing, vor einigen Jahren ernsthafte Laufschuhe herzustellen, bemerkte kaum jemand etwas. Aber mit Deviate Nitro 3 und seinem rennorientierteren Geschwister, Deviate Nitro Elite 3, ist klar: Puma strebt nach oben. Die Frage ist nur – welcher passt besser zu dir?
Ich bin in beiden gelaufen – Intervalle, lange Läufe, Sprints, alles – und der Unterschied liegt nicht nur im Gewicht oder den Schaumstoff-Eigenschaften. Es geht um Gefühl. Persönlichkeit. Zweck. Und der Unterschied zwischen den beiden ist nuancierter als auf dem Papier.
Deviate Nitro 3 – Ein vielseitiges Arbeitspferd mit Hang zur Geschwindigkeit
Deviate Nitro 3 schreit nicht laut. Er ist ruhig, ausgewogen – ein Schuh, den du anziehst, wenn du dir nicht sicher bist, welcher Lauf ansteht, aber für alles bereit sein möchtest.
Die Zwischensohle ist feinabgestimmt. Im Vergleich zu einigen der federnden Super-Trainer liegt Pumas NITROFOAM™ eher auf der festeren Seite – aber ohne hart zu wirken. Es bietet ein gedämpfteres Bounce – mehr matratzenähnlich und nachgiebig als der Trampolin-Effekt von Nitrofoam Elite. Es macht ihn angenehm für verschiedene Trainingsarten, aber ich finde, er funktioniert am besten bei moderatem Tempo. Wenn man sich etwas wünschen könnte, wäre es ein wenig mehr Reaktion, wenn das Tempo wirklich anzieht.
Es gibt eine eingebaute Carbon-PWRPLATE, aber sie stiehlt nicht die Show. Sie ist diskret und fügt genau die richtige Steifigkeit und Vorwärtsdrang hinzu, um den Schaum zu heben. Die Stabilität, die die Platte bietet, macht den Schuh in Kurven sehr gut – er hält den Fuß an Ort und Stelle und hilft dir sanft voran, ohne aufdringlich zu werden.
Das Obermaterial? Angenehm, aber nicht übergepolstert. Es gibt eine gute Polsterung in der Ferse, die den Komfort erhöht, ohne den Schuh schwer zu machen, und das entwickelte Mesh trifft eine gute Balance zwischen Atmungsaktivität und Halt. Es sitzt nicht so eng wie Deviate Nitro Elite 3, fühlt sich aber dennoch an wie ein Schuh, der am besten für schmale Füße geeignet ist. Ich habe nie über die Passform nachgedacht – und das ist ein gutes Zeichen.
Unter der Sohle liefert PUMAGRIP, wie gewohnt. Es ist eine der zuverlässigsten Außensohlen da draußen, und der Grip funktioniert auf verschiedenen Untergründen und bei unterschiedlichen Wetterbedingungen. Kein Rutschen, keine Überraschungen.
Nach mehreren Läufen fühlt sich Deviate Nitro 3 wie ein stabiler Partner an. Einer, dem du für lange Läufe, abwechslungsreiche Einheiten und alles dazwischen vertrauen kannst. Er ist nicht der weichste, leichteste oder schnellste – aber er findet seinen Platz in der Mitte und steht dort stark. Er ist strukturiert, stabil und haltbarer als seine Rennschwester. Und in einer Welt voller superweicher Wettkampfschuhe kann das tatsächlich eine Erleichterung sein.
Deviate Nitro Elite 3 – Race-DNA mit Old-School-Charme
Dieser hier ist anders. Deviate Nitro Elite 3 versucht nicht, alles zu können. Er ist zielgerichtet, reduziert und auf Geschwindigkeit ausgelegt – und das spürst du vom ersten Schritt an.
Zunächst: er ist leicht. Mit seinen 205 Gramm verschwindet er fast am Fuß. Und das ist nicht nur eine Zahl – man spürt es in der Kadenz, in der Effizienz und darin, wie schnell man den Rhythmus findet.
Aber erwarte keinen weichen Superschuh. NITROFOAM™ ELITE hier ist fester als viele andere. Er ist extrem federnd – aber nicht weich. Er komprimiert erst wirklich, wenn du schnell läufst, und wenn das passiert, ist die Energierückgabe fantastisch. Aber bei ruhigerem Tempo? Da fühlt er sich etwas hart an. Er ist nicht für Joggen gemacht – er ist gemacht, um gefordert zu werden.
Carbon PWRPLATE nimmt hier mehr Raum ein als im Deviate Nitro 3. Zusammen mit dem festen Schaum erzeugt sie ein rollendes Gefühl, das erst beim Renntempo wirklich aktiviert wird. Der Übergang fühlt sich präzise und schnell an, und der Schuh bewahrt eine beeindruckende Stabilität – selbst in schnellen Kurven, was in dieser Kategorie selten ist. Sie erinnert ein wenig an das Gefühl klassischer Rennschuhe – nur mit modernem, spaßigem Schaum unter den Füßen.
Das Obermaterial in ULTRAWEAVE ist minimalistisch – dünn, atmungsaktiv und eng anliegend. Es gibt nicht viel Dehnung, daher sollte die Passform idealerweise genau passen, aber wenn sie es tut, sitzt sie perfekt. Sie passt sich nicht so leicht an den Fuß an wie Nitro 3 – aber für den Renntag tut sie genau das, was sie soll: verschwinden.
Der Grip? PUMAGRIP wieder – und in voller Abdeckung. Viele Rennschuhe entfernen Gummi, um Gewicht zu sparen, aber nicht hier. Der Grip ist solide, und es gibt genug Gummi, um mehrere Rennen zu überstehen – nicht nur eines oder zwei.
Wie weit du darin laufen kannst? Das hängt von dir ab. Ich würde ohne zu zögern einen 5K oder einen Halbmarathon darin laufen. Marathon? Vielleicht. Das feste Gefühl kann nach 30 km für manche ermüdend werden, aber Elite-Läufer haben bewiesen, dass er die Distanz durchaus bewältigen kann. Es geht mehr darum, wie viel Komfort du brauchst, wenn es am Ende hart wird.
Welchen solltest du wählen?
Wenn du einen Schuh mit Platte willst, den du für alles von Training bis Wettkampf verwenden kannst – und der dich bei niedrigerem Tempo nicht bestraft – dann ist 3 eine starke Wahl. Er ist vielseitig, stabil und langlebig.
Aber wenn du neue Bestzeiten jagen, das Gefühl eines schnellen und präzisen Laufschuhs genießen willst und etwas suchst, das sowohl rollt als auch griffig ist wie wenige andere Rennschuhe, dann ist 3 die richtige Wahl. Sei dir nur bewusst, worauf du dich einlässt – er ist nicht weich, aber effektiv.
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