Was ist denn eigentlich am genauesten? Ein optischer Uhren Pulsmesser oder der klassische Brustgurt? Unser Laufexperte Jesper, hat die unterschiedlichen Messmethoden noch im selben Lauftraining ausführlich getestet. Schauen Sie sich die Pulskurven an und erfahren Sie weiteres über seine Empfehlungen sowie Schlussfolgerungen.
Ein integrierter Pulsmesser gehört mittlerweile zur Basis-Ausstattung aller modernen Sport- und GPS-Uhren. Viele sind sogar der Meinung, dass es im Grunde schön wäre, ohne einen Brustgurt zu trainieren, wenn die Herzfrequenz beim Laufen oder im Fitnessstudio gemessen wird. Aber wie gut funktioniert der optische Uhren Pulsmesser tatsächlich, wenn wir ihn mit dem klassischen Brustpulsgurt vergleichen würden? Ich machte mir dies zum Ziel, um es herauszufinden.
Die Pulsmessung: So haben wir getestet
In unserem kleinen und unwissenschaftlichen Test, habe ich ein Lauftraining von etwas mehr als 10 km absolviert, bei der ich auch meinen Puls mit den zwei unterschiedlichen Methoden gemessen habe.
Für den Test habe ich zwei Garmin Fenix 5 Sapphire verwendet und beide mit der neuesten Softwareversion aktualisiert. Aktuell ist es die Version 7.6. Eine der Uhren habe ich mit einer Garmin HRM-Run 4 Pulsgurt verbunden, während die zweite Uhr die Herzfrequenz über den integrierten sowie optischen Uhren Pulsmesser misst.
Um die beiden Messmethoden an unterschiedlichen Laufarten testen zu können, umfasste mein Training sowohl einen langsamen Lauf, dem Tempolauf und abschließend einen Intervall-Lauf. Das Lauftraining dauerte insgesamt 52 min. und war wie folgt strukturiert:
- 15 Minuten. Langsames Laufen
- 10 Minuten. Tempolauf (5 km Pace)
- 5 Minuten. Langsames Laufen
- 6 Wiederholungen von: 30 Sek. Hügelsprint (mit 1 min. aktiver Pause)
- 13 Minuten. Langsames Laufen
Ergebnisse
Die folgende Abbildung zeigt die gemessenen Pulskurven, während des aktiven Lauftrainings an. Die rote Kurve zeigt den gemessenen Puls mit der Garmin HRM-Run 4 Pulsgurt an. Die blaue Kurve hingegen zeigt die Herzfrequenz, die mit der Pulsuhr Garmin Fenix 5 Saphir am Handgelenk gemessen wurde.

Meine unmittelbare Einschätzung lautet daher, dass zwischen den beiden Messungen durchaus eine gute Übereinstimmung besteht. Tatsächlich sehen die Kurven auf den ersten Blick viel ähnlicher aus, als ich es erwartet hatte. Ich habe mehrere Bewertungen gelesen, in denen die optische Pulsuhr eher mittel schlechte Bewertungen bekommen hatte. Doch hier in der Grafik sieht es insgesamt recht gut aus. Besonders in den drei Stufen des langsamen Laufens (0-15 min, 25-30 min und 39-52 min) und in der Periode des Tempolaufs (15-25 min), stimmen die Messungen unglaublich nah überein.
Hier sehen Sie die registrierte und durchschnittliche Herzfrequenz sowie die maximale Herzfrequenz der beiden Messmethoden beim Lauf.
| Pulsmessung am Handgelenk | Pulsgurt | |
| Durchschnittliche Herzfrequenz | 157 | 156 |
| Maximale Herzfrequenz | 184 | 183 |
Diese Messungen liegen tatsächlich nah beieinander. Sind Sie beim Training hauptsächlich an der durchschnittlichen Herzfrequenz interessiert, dann kann die eine Messmethode anscheinend genauso gut sein wie die andere.
Pulsmessung während des Intervall-Laufs
In der folgenden Abbildung haben wir die Pulskurven vergrößert, die während den 6 Hügelsprints gemessen wurden.

Die Abbildung zeigt an, dass die Pulsmessung am Handgelenk nicht schnell genug auf plötzliche Änderungen der Herzfrequenz reagiert. Dies ist jedoch bedeutsam, um das richtige Bild darzustellen. Die rote Kurve (Pulsgurt) zeichnet 6 klare Spitzen ab, während die blaue Kurve (Pulsmessung am Handgelenk) ein unordentliches Bild abzeichnet.
Das Erste, was mir dabei auffällt ist, dass die Herzfrequenz später beim Pulsmessen am Handgelenk "ihren absoluten Höhepunkt erreicht" (ihr Maximum erreicht). In der Grafik sieht es vielleicht nicht so schlecht aus. Doch in den ersten 5 Intervallen erreicht die Pulsmessung am Handgelenk etwa 12 Sekunden später seinen Spitzenwert als die gemessene Pulsgurt-Herzfrequenz. Und im 6. und letzten Intervall, geht es dann völlig schief - denn hier beträgt die Verzögerung bis zu ganzen 53 Sekunden! Hier muss ganz klar gesagt werden, dass diese Schwankung viel zu viel ist, wenn man bedenkt, dass der Sprint nur 30 Sekunden gedauert hatte. Schon während des eigentlichen Laufs bemerkte ich, dass etwas mit der Pulsmessung am Handgelenk nicht stimmen konnte. Auf der Pulsuhr und der Messung am Handgelenk, stieg die Herzfrequenz stetig an. Doch war ich schon seit geraumer Zeit und im gemächlichen Tempo wieder auf dem Weg hinunter...
Darüber hinaus ist in der Abbildung auch zu sehen, dass die Pulsmessung am Handgelenk, insbesondere in den beiden mittleren Intervallen, nicht das gleiche Minimum und Maximum registriert wie der Pulsgurt es tat. Die Pulsmessung am Handgelenk schafft es einfach nicht, die minimalen und maximalen Messungen zu erfassen, noch bevor die Herzfrequenz dann wieder hoch- oder abschnellt.
Ich muss daher zu dem Fazit kommen, dass der eine integrierte und optische Uhren Pulsmesser leider nicht für kürzere Intervalle funktioniert. Zumindest nicht in unserem kleinen Testversuch...
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Warum gibt es denn eigentlich diesen Unterschied zwischen einem Pulsgurt und dem Uhren Pulsmesser?
Die Erklärung liegt wahrscheinlich darin verborgen, dass obwohl beide Messmethoden lediglich eine indirekte Pulsmessung ist, so misst der Pulsgurt dennoch viel näher am Herzen. Hinzu kommt, dass es sich um zwei physiologisch unterschiedliche Parameter bei der Messung handelt.
Der Brustgurt erfasst die elektrischen Impulse des Herzens. 2 Elektroden werden auf der Brust direkt über dem Herzen platziert. Die Pulsmessung am Handgelenk und als Pulsuhr bekannt, sendet ein optisches Licht in die Blutgefäße. Hierbei erkennt die Pulsuhr, wie sich das zurück reflektierende Licht verändert, sobald ein Herzschlag das Blut durch den Körper strömen lässt. Die beiden Messmethoden messen somit zwei völlig physiologisch unterschiedliche Parameter, die beide einen indirekten Aufschluss darüber geben, wie schnell das Herz im Grunde schlägt. Und hier erfasst die Technik des Pulsgurtes, die Änderungen in der Herzfrequenz einfach schneller.

Schlussfolgerung: Pulsgurt vs. Pulsmessung am Handgelenk
Obwohl ein einzelner Lauf eine sehr schwache Grundlage ist, um daraus etwas schlussfolgern zu können, so zeichnet unser kleiner Test dennoch ein sehr klares Bild davon, was andere bereits zuvor gezeigt haben.
- - Die Pulsmessung am Handgelenk funktioniert im Allgemeinen recht gut. Wenn Sie während einer gesamten Trainingseinheit in erster Linie an einer durchschnittlichen Herzfrequenz interessiert sind oder wenn Sie in erster Linie ein Training durchführen, bei dem die Herzfrequenz nicht schnell schwankt, dann liefert Ihnen die optische Pulsmessung am Handgelenk eine zufriedenstellende Erfassung.
- - Wenn Sie andererseits Intervalle oder andere Laufarten trainieren, bei denen die Herzfrequenz über einen kurzen Zeitraum auf- und abschnellt, dann ist die Pulsmessung am Handgelenk NICHT gut genug. Die optische Pulsmessung als Uhr, kann die Änderungen der Herzfrequenz nicht schnell genug erfassen. Daher erhalten Sie mit dieser Messmethode ein sehr verzerrtes Bild von der Realität.
- Verwenden Sie daher lieber einen Pulsgurt, wenn Sie Trainingsintervalle ausführen oder wenn Sie sich ganz im Allgemeinen mehr exakte Messungen wünschen. Da wir zurzeit keine Messgeräte direkt am Herzen platzieren können, so ist der Brustpulsgurt die beste und genaueste Methode für die Pulsmessung beim Laufen oder bei anderen körperlichen Aktivitäten.
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