Findest du die eigene Motivation auch etwas lahm? Hast du Schwierigkeiten raus zu kommen? Seit vielen, etlichen Monaten - ja fast schon ein ganzes Jahr - mussten wir jeden Tag uns an einen neuen (normalen) Alltag gewöhnen, der hauptsächlich drinnen und alleine stattfindet.
Wie bei einem normalen Trainingskurs (ohne Corona) ist es nahezu unvermeidlich, dass du gegen die Wand läufst. Denn die Motivation wird irgendwann nachlassen. Was also ist zu tun? Wie kannst du die guten Outdoor-Gewohnheiten in einer ansonsten verschlossenen und kalten Zeit zurückbringen?
Ich werde versuchen, diesbezüglich ein paar gute Vorschläge zu geben. Denn auch ich selbst habe unter mangelnde Motivation während Corona gelitten. Davor bin ich häufig zwischen 50 und 80 km pro Woche gelaufen, aber während Corona kam ich nur noch auf 20 bis 30 km. Meine Trainingslust steht weitestgehend unter Druck.
Daher dachte ich mir, dass ein brandneuer Blog-Beitrag etwas Naheliegendes ist, um dich und mich - sowie alle anderen vom Sofa wegzubekommen. Wir sollten nach draußen und wir müssen endlich anfangen.

Neuer Fokus: Kurzfristige Ziele setzen
Zuvor hatten viele von uns auf ein großes Ziel hin trainiert, das sogar mehrere Monate in der Zukunft lag, um diesen zu erreichen. Dies waren beispielsweise ein 10 km-Lauf, ein Halbmarathon oder ein Marathon. Davon haben wir schon länger geträumt. Deshalb war auch die Motivation da, daran hart zu arbeiten. Eben weil wir erfolgreich sein wollten. Wir werden an dem einen ganz besonderen Tag gut abschneiden.
Doch leider fehlt uns diese Perspektive seit nun einem Jahr. Und wann wir sie jemals zurückbekommen, ist noch ungewiss. Hoffentlich bald schon! Aber bis dahin sollten wir unseren Fokus ändern. Wir sollten in der momentanen Situation nicht Monate vorausdenken. Stattdessen sollten wir kurzfristig denken.
Du solltest also ein Ziel finden, das einen überschaubaren Zeithorizont hat. Es kann sehr individuell sein, ob ein überschaubarer Zeithorizont einen Monat oder ganze drei beträgt.
Das Wichtigste jedoch ist, dass du dich hinsetzt (oder joggst) und dies für dich selbst herausfindest
- - Was willst du mit dem Laufen im hier und jetzt erreichen?
- - Was hättest du gern aus deinem Lauftraining?
- - Und vor allem, was soll dir das Laufen geben?
Schon ein klein wenig wie in einem normalen Trainingskurs, aber versuche stattdessen deine gesetzten Ziele neu zu überdenken. Anstatt sich ein großes Ziel wie einen Halbmarathon oder einen Marathon zu setzen, solltest du dir ein kleineres Ziel in Bezug auf dein Training setzen. Im Folgenden finden sich einige Beispiele, die sich leicht an dein Niveau anpassen lassen.
Überdenke deine Trainingsziele
Ich selbst habe viel darüber nachgedacht, wie ich meine Ziele überdenken könnte, damit ich mich in einer neuen Alltagssituation dennoch motiviert fühle. In einer Zeit, in der wir nicht wissen können, wann wir wieder mit dem normalen Laufen beginnen können. Selbstverständlich lässt sich jederzeit ein eigenes virtuelles Lauftraining beginnen. Solch einen habe ich 2019 auch probiert. Hier bin ich meinen eigenen Marathon und Halbmarathon gelaufen. Dies war ein super cooles Erlebnis, dennoch bin ich keineswegs motiviert, um es noch einmal zu tun.
Deshalb habe ich viel Zeit damit verbracht darüber nachzudenken, warum ich im Grunde laufen möchte. Früher war es mein ständiger Antrieb, um schneller laufen zu können. Doch nun sind es eher die Grundlagen beim Laufen. Einfach drauf loslegen, frische Luft zu schnappen, den Profit für den Alltag zu holen, Arbeit und Familie zu vereinen und das Gefühl eines gesünderen Selbstwert zu bekommen.
Und all dies wird nicht alleine durch das Langstreckenlaufen erreicht. Es kommt durch unser tägliches Training. Und genau das sollten auch unsere neuen Ziele widerspiegeln. Sie müssen klar, lustig, irgendwie anders sein und das Laufvergnügen unterstützen.
Neue Trainingsziele mit einem völlig geringen Trainingsaufwand könnten beispielsweise sein:
1. Dass du z. B. 100km in einem Monat laufen möchtest
2. Dass du gern XX-mal pro Woche laufen möchtest. Dies kann alles zwischen 1 und 7-mal pro Woche sein (und abhängig von deinem Niveau).
3. Dass du an einem bestimmten Datum im Monat läufst.
4. Dass du während der Mittagspause läufst - jeder verdient es und sollte tagsüber eine Pause machen.
5. Dass du so viele Kilometer laufen möchtest wie das Kalenderdatum es dir anzeigt. Dies könnte z. B. heißen: 4 km am 4. März, 20 km am 20. März u.s.w. Dies lässt sich auch auf viele andere Weisen ausführen. So könntest du einen Zeitraum der nächsten drei, vier, fünf Monate auswählen, in der du dann wie in der folgenden Tabelle dein Training ausführst.
Dabei solltest du natürlich auf dein aktuelles Niveau AUFMERKSAM sein, wenn es darum geht, wie viele Kilometer du tatsächlich zurücklegen kannst.
| März | April | Mai |
| 1. März = 1km | 2. April = 2km | 3. Mai = 3km |
| 4. März = 4km | 5. April = 5km | 6. Mai = 6km |
| 7. März = 7km | 8. April = 8km | 9. Mai = 9km |
| 10. März = 10km | 11. April = 11km | 12. Mai = 12km |
| 13. März = 13km | 14. April = 14km | 15. Mai = 15km |
| 16. März = 16km | 17. April = 17km | 18. Mai = 18km |
| 19. März = 19km | 20. April = 20km | 21. Mai = 21km |
| 22. März = 22km | 23. April = 23km | 24. Mai = 24km |
| 25. März = 25km | 26. April = 26km | 27. Mai = 27km |
| 28. März = 28km | 29. April = 29km | 30. Mai = 30km |
Erschaffe täglich großartige Routinen im Freien!
Das Laufen ist wahrlich ein guter Weg, um nach draußen ins Freie zu kommen. Es ist nicht sicher, ob du dir ein Ziel gesetzt hast, bei dem du täglich oder gleich mehrere Tage in der Woche läufst.
Daher kann es auch eine Überlegung wert sein, ob es andere Möglichkeiten gibt, wie du nach draußen kommst und frische Luft schnappen kannst.
Dies kann beispielsweise sein:
1. Dass du täglich 10.000 Schritte haben sollst.
2. Dass du mit deinen Kindern auf den Spielplatz gehst. Wenn du zu Hause bist, dann gestalte deine "Mittagspause" zu einer Spielpause im Freien. Wenn die Kinder in der Schule sind, dann solltest du nachmittags eine Spielstunde mit den Kindern haben.
3. Beziehe deine Kinder in einen aktiven Alltag mit ein. Dies kann auf unterschiedliche Arten geschehen, z. B. durch das Laufen, dem Spazierengehen oder sportliche Aktivitäten mit den Kindern (wenn sie zu Hause sind). Dies kann aus laufen, spazieren gehen, auf dem Boden oder draußen trainieren bestehen. Kinder genießen es genauso wie die Erwachsenen.

Fordere deinen Trainingspartner heraus
Denn es gibt nichts, was mehr verpflichtet als eine Vereinbarung. Und wir wollen nichts weniger als das Verlieren.
Möglicherweise hast du zwar eine Inspiration in den einen der oben genannten Trainingsziele oder täglichen Routinen gefunden, fühlst dich jedoch nicht zu 100% motiviert. Fordere dafür deinen Trainingspartner heraus.
Wenn es eine Sache gibt, das die meisten von uns aus die Tür bringen, dann sind es Herausforderungen, die wir nur ungern verlieren möchten. Wenn du also einen Trainingspartner hast, den du auch gern herausfordern möchtest und gegen dem du keinesfalls verlieren möchtest, dann wende dich an ihn.
Gemeinsam ein Ziel finden. Der eine von euch, der das Ziel nicht erreicht, kann dem anderen z. B. eine Startnummer für einen Lauf schulden und sofern Corona dies wieder zulässt. Dann erwartet dich ein neues Abenteuer (und eine neue Herausforderung) - von ganz allein.

Schreibe dein Ziel auf - denn es verpflichtet dich
Also, was solltest du jetzt tun?
1. Finde ein neues Trainingsziel
2. Finde einen Trainingspartner, den du herausfordern möchtest
3. Schreibe dein Ziel auf
4. Gehe nach draußen und mach dich auf dem Weg!
Ich habe meine persönlichen Ziele gesetzt. Ich habe mich für eine bestimmte Strecke innerhalb eines Monats (150-170 km) entschieden. Auf diese Weise erhalte ich einen flexibleren Tag/eine flexiblere Woche, in der ich dann laufen kann, wenn es in das Familien- und Arbeitsleben passt. Außerdem werde ich sicherstellen, dass ich entweder spazieren gehe und mit meiner Tochter auf den Spielplatz gehe u.s.w. Dies an den Tagen, wo ich das Laufen nicht geplant habe!
Ich freue mich jetzt schon darauf, wieder damit anzufangen und endlich nach draußen zu gehen - und ich hoffe, du bist genauso bereit.
In diesem Sinne, viel Spaß und ein wirklich gutes Training!
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