Ich bin jetzt offiziell für die WM im Marathon qualifiziert, die dieses Jahr in Tokio in nur zwei Wochen stattfindet. Es ist eines der großen Ereignisse – sowohl in Bezug auf das Prestige der Veranstaltung als auch auf das persönliche Ziel, auf das ich lange hingearbeitet habe. Ein WM-Ticket in der Hand bedeutet nicht nur, dass die Form stimmt; es ist auch eine Bestätigung, dass sich der lange, harte Einsatz auszahlt, selbst wenn es bergauf ging.
Für diejenigen, die meine früheren Artikel hier auf runningxpert.com verfolgt haben, wird es kein Geheimnis sein, dass ich Anfang des Jahres auf einige Herausforderungen gestoßen bin. Ich erlitt eine der schwerwiegenderen Verletzungen und musste eine dreiwöchige Laufpause einlegen. In dieser Zeit – besonders gegen Ende – habe ich das Fahrrad etwas zu sehr priorisiert, um die Form ohne zu viel Belastung aufzubauen. Es schien theoretisch eine gute Idee zu sein.
Zurück als Läufer
Die Form war gut, und ich fühlte mich stark, aber in meinem Fall wurde das Radfahren etwas zu intensiv. Es führte dazu, dass sowohl die Erholung als auch das benötigte Laufpensum – und damit auch die eigentliche Wiederherstellung – beeinträchtigt wurden.
Deshalb habe ich vor etwa zwei Monaten die bewusste Entscheidung getroffen, das Radfahren drastisch zu reduzieren und mich stattdessen auf die zwei wichtigsten Elemente für einen Marathonläufer zu konzentrieren: Erholung und Lauftraining. Die letzten 7-8 Wochen konnte ich die Laufmenge endlich wieder steigern, und das war spürbar – sowohl körperlich als auch geistig. Es ist, als ob das System langsam wieder seinen Rhythmus findet. Ich beginne, mich wieder als Läufer zu fühlen – nicht nur als jemand, der trainiert, um in Bewegung zu bleiben.
Geduld und Fokus
Es ist natürlich noch früh, und zwei Monate sind gleichzeitig viel und wenig. Aber zum ersten Mal seit langem habe ich das Gefühl, dass ich auf eine aufsteigende Kurve hinarbeiten kann und formmäßig gut dastehe. Das gibt Ruhe und Motivation – und vor allem den Glauben, dass ich am Start in Tokio mit großen Ambitionen stehen kann.
Für die WM nominiert zu werden, hat eine riesige Bedeutung! Es ist mehr als nur ein Platz im Starterfeld. Es ist eine Anerkennung der geleisteten Arbeit und ein Symbol dafür, dass jemand glaubt, dass man mehr in sich hat. Für mich persönlich ist es auch eine Erinnerung daran, warum ich das mache: Ich liebe den Wettkampf, aber ich liebe genauso sehr den Prozess – die kleinen Fortschritte, die täglichen Entscheidungen und die langen, einsamen Läufe, bei denen man weiß, dass man etwas aufbaut.
Jetzt geht es darum, weiter aufzubauen – klug, kontrolliert und mit scharfem Fokus auf das Ziel in Tokio. Ich freue mich darauf, die Reise dorthin zu teilen und hoffentlich die Ziele zu erreichen, die ich mir gesetzt habe.